90 Minuten Politik zum Anfassen: Klasse 7c zu Gast bei Bürgermeister Jochen Schmitt
Die Klasse 7c besuchte im Rahmen des Sozialkundeunterrichts am Dienstagvormittag Bürgermeister Jochen Schmitt.
Was als kurzer Termin geplant war, entwickelte sich zu einem intensiven 90-minütigen Gespräch über Demokratie, kommunale Verwaltung und das Engagement vor Ort.
Schmitt empfing die 28 Schülerinnen und Schüler persönlich im historischen Rathaus. Er führte sie in den Ratssaal – jenen Ort, an dem sonst die Stadtverordneten über wichtige Weichenstellungen diskutieren. „Hier fallen Entscheidungen, die euren Alltag betreffen: von der Schulwegsicherung bis zur neuen Calisthenics-Anlage“, erklärte der Bürgermeister. An den original Sitzplätzen der Parteien durfte die Klasse Platz nehmen.
In dem Gespräch im Ratssaal beleuchtete Schmitt seine vielfältigen Aufgaben und die Arbeit der kommunalen Verwaltung. Er zeigte auf, wie Anträge entstehen, wie Haushalte geplant werden und welche Ämter großen Einfluss auf das Leben in der Stadt haben.
Besonders großen Raum nahm die Fragerunde ein. Fast eine Stunde lang beantwortete der Rathauschef alle Fragen, die die 7c ihm stellte – von „Wie viel verdient ein Bürgermeister?“ über „Was macht die Stadt für den Umweltschutz?“ bis hin zu „Kann man auch mit 13 schon im Stadtrat mitreden?“. Schmitt ließ sich nicht aus der Ruhe bringen, gab ehrliche Antworten und räumte auch ein, dass nicht immer alles perfekt laufe.
Mit leidenschaftlichen Worten warb er für demokratische Prozesse und das Engagement von Menschen vor Ort. Er ermutigte die 7c, dass eine lebendige Demokratie von Menschen lebt, die sich vernetzen und einbringen – im Sportverein, im Jugendbeirat – überall könnten sie mitgestalten, wo sie wohnen.
Die Schülerinnen und Schüler fühlten sich willkommen und mit ihren Fragen ernst genommen.
Wer Politik nur aus Social Media kenne, denke oft, es gehe nur mit Intrigen, mit Pöbeleien und Respektlosigkeit – ihm sei in Nierstein aber der respektvolle Umgang miteinander, das Einander-Zuhören und das Finden von gemeinsamen Lösungen wichtig, sagte Schmitt. Eindringlich warnte er die Schülerinnen und Schüler der 7c davor, leichtfertig zu glauben, was online berichtet wird und plädierte dafür, sich selbst ein Bild zu machen von dem, was vor Ort geplant und besprochen und entschieden wird, um nicht ein Opfer von teils demokratiefeindlicher Manipulation zu werden.
Es war ein rundum toller Besuch – und zum Schluss gab’s noch ein Erinnerungsfoto.